Der Gault Millau aktuell über das Torschreiberhaus
Der Gault Millau bewertet das Torschreiberhaus mit insgesamt 17/20 Punkten (Menü 45/55, à la carte 25 )
Schon lange spielen Elemente des Maghreb eine kleine, aber wichtige Rolle in Götz Knauers Küche. Das zeigen sogleich die drei Amuse-bouches, hübsch angerichtet auf einem länglichen Porzellanschiffchen: knusprige Yofka-Teigrollen (türkischer Filo-Teig), gefüllt mit Schafskäse/Oliven-Mischung und Rauke, “Cruditos” (rohe Gemüsestängelchen) zu einem grandiosen Linsendip und Entendampf-Klößchen mit Soja-Sauce.
Danach ein souverän mit den Mundgefühlen von sanft bis knusprig spielendes Ensemble aus Brotchips und raffiniert gewürztem Ziegenquark – sehr viel feiner komponiert, als die Beschreibung vermuten lässt. Erstaunlich harmonisch die Kombination von frischen Apfelscheiben und angegarter Entenstopfleber in der außen knusprigen, innen weichen Hülle eines gebackenen Kartoffelteigs mit einer besser schmeckenden als klingenden würzigen Parmesan/Trüffel-Sauce.
Nach einem superben Kalbstatar auf Orangenhollandaise geht’s wieder ab in den Orient: mit einem heimischen Zander (endlich mal wirklich knusprige Haut) auf super-sanftem Hummus, einem Kichererbsenbrei, der durch dreifaches Passieren ausgesprochen elegante Konsistenz bekam. Wer in der Heimat bleibt, kann sich ebenfalls redlich nähren bei einer 14 Stunden lang geschmorten Lammschulter und perfekt gegartem Lammrücken in Paprika/Pinienkernkruste mit dicken Bohnen in superbem Champagner-Rahm. Weniger aufregend fanden wir Desserts wie den warmen Schokoladenkuchen mit Ingwer-Birnenragout oder marinierten Erdbeeren. Kein Wunder, dass Sauerrahm-Eis zum Hausklassiker werden konnte.
Die charmante Susanne Knauer erfreut in dem Knusperhäuschen und dessen eindrucksvollem Anbau aus edelrostigem Stahl und Glas durch klug gewählte und wahrhaft liebevoll präsentierte Weine sowie einen warmherzigen Service.
Text stammt von der Website des Gault Millau.
